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Workshop: Heteronormativitätskritische Bildung: Erziehungswissenschaftliche und fachdidaktische Perspektiven

flyer einladung workshop

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30.10.2020, 11:00-14:30 Uhr, Franckesche Stiftungen, Haus 31

Schule ist ein Ort, der in hohem Maß von heteronormativen Strukturen  geprägt ist: Während „schwul“ eines der gebräuchlichsten Schimpfwörter  auf deutschen Schulhöfen ist, herrscht unterrichtlich in der Regel  beredtes Schweigen. Dazu tragen nicht nur exkludierende Lehrpläne und  Schulmedien bei, es mangelt auch an der Kenntnis über die entsprechenden  fachdidaktischen Möglichkeiten und Konzepte. Lehrer*innenbildende  Hochschulen und Universitäten vermitteln selten explizites Wissen über  LGBTTIQ* und ihre Lebenswirklichkeiten, noch werden in  fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Kontexten LGBTTIQ*  thematisiert. Damit setzen Hochschulen das Schweigen des Bildungssystems  fort, fördern es gleichzeitig und machen einen Teil der Schüler*innen  und Studierenden unsichtbar.

Um diesem – auch aus der Perspektive des Inklusionsgebots  problematischen – Zusammenhang zu begegnen, veranstaltet gender*bildet  in Kooperation mit Dr. Astrid Henning-Mohr, MLU (Fachwissenschaft/Fachdidaktik Deutsch), Dr. Klemens Ketelhut,  Pädagogische Hochschule Heidelberg (Erziehungswissenschaft), Prof. Dr.  Michael Ritter, MLU (Fachwissenschaft/Fachdidaktik Deutsch) und Dr. Dayana Lau, MLU (Erziehungswissenschaft) einen Workshop, der sich mit der Frage  befasst, wie in Schule und Unterricht ein professioneller und  kompetenter Umgang mit den Lebenswelten von LGBTTIQ* entwickelt und  angeboten werden kann.

Inhaltlich werden dabei folgende Fragestellungen bearbeitet:

  • Welche heteronormativitätskritischen Perspektiven können auf Schule als sozialer Ort der Bildung entwickelt werden?
  • Welche Möglichkeiten bieten dabei die  Auseinandersetzungen mit Wissen aus den zentralen Bezugskontexten der  Lehrkräftebildung, der Erziehungswissenschaft und der     Fachdidaktik/Fachwissenschaft?
  • Wie kann (Kinder- und Jugend-)Literatur zur  Identifikation und Reflexion von heteronormativen und  heteronormativitätskritischen Perspektiven beitragen?

Es werden zu beiden Bezugskontexten kurze Inputs der  Referent*innen stattfinden. Im Anschluss werden dezentral in kleinen  Arbeitsgruppen Arbeitsmaterialien beleuchtet bzw. unterschiedliche  Handlungsmöglichkeiten besprochen und in einem abschließenden Plenum  vorgestellt und diskutiert. Zielgruppen sind primär Studierende des  Lehramts und der Erziehungswissenschaften, Lehrende und Praktiker*innen.

Die Veranstaltung wird voraussichtlich in Präsenz im Haus 31 der  Franckeschen Stiftungen stattfinden. Die Teilnehmer*innenzahl ist daher  begrenzt.

Anmeldung bitte bis spätestens zum 16.10.2020 per Email unter Angabe der Kontaktdaten an

Ringveranstaltung im Wintersemester 2020/21:
SOLIDARITÄTEN

Ringveranstaltung im Wintersemester

Ringveranstaltung im Wintersemester

Ringveranstaltung im Wintersemester

In den letzten Monaten verzeichnen wir  so viele Krisenereignisse wie sie die jüngeren Generationen noch nicht  erlebt haben: die Corona-Pandemie, rassistische, antifeministische,  antisemitische und antimuslimische Gewalt und Morde, die Klimakrise,  drohende Bürger*innenkriege, das (wieder)erstarken autoritärer  Machthaber*innen in Europa und auf der ganzen Welt und, damit verbunden,  der Rückbau schwer erkämpfter sozialer Rechte. Die Liste lässt sich  fortsetzen.

In dieser Zeit gewinnen soziale Bewegungen wieder neue  Bedeutung und eröffnen neue Handlungsfenster. in den aufgezählten  Kontexten bilden bzw. verstärken sich lokale, nationale und globale  Bewegungen, in denen der Aufbau solidarischer Bündnisse ganz zentral  ist. Dabei werden auch wissenschaftliche Diskurse adressiert, vor allem  mit dem Anliegen, die Bedingungen dieser Bündnisbildung aufzuklären und  bestehende (soziale und nationale) Grenzen zwischen politischen  Aktivismen zu verschieben. Hier leisten queer-feministische und  intersektionale Bewegungen und Forschungen seit langem einen sehr  bedeutsamen Beitrag. Gleichzeitig bewegen sie sich im Spannungsfeld von  partikularen und universalistischen Perspektiven auf  Ungleichheitsverhältnisse, die die (Un)Möglichkeit politischer Bündnisse  entscheidend beeinflussen.

In der Ringveranstaltung stellen wir dieses Spannungsfeld zentral und betrachten drei verschiedene Ebenen:

  • historisch-theoretische Perspektiven
  • queerfeministische und intersektionale Perspektiven auf aktuelle Solidaritätsdebatten in verschiedenen Feldern (Corona-Krise, Fluchtmigration, Rassismus, Ableismus, auch mit Blick auf die jeweiligen Handlungsfelder)
  • praktische Solidaritäten in Wissenschaft und Gesellschaft

Die Veranstaltung findet ausschließlich online statt.

hier geht es zur Stud.IP-Veranstaltung

Interessierte, die sich nicht über Stud.IP in die Veranstaltung eintragen können, melden sich bitte per an. Sie erhalten anschließend die Zugangsdaten zur Veranstaltung.

PROGRAMM

26.11. 9:30-12:30 Auftaktveranstaltung: SOLIDARITÄTEN. Ein feministisches Gespräch über die Gegenwart (zugleich Online Veranstaltung des Landesweiten Tags der Genderforschung in  Sachsen-Anhalt)

8.12. 16:00-18:00 Elisabeth Voß (Berlin): Kultur der Kooperation – Herausforderungen solidarischen Wirtschaftens

15.12 16:00-18:00 Jana Günther (Darmstadt): "Wohltaten behaltet für euch." Konflikte, Brüche und Solidaritäten in den ersten Frauenbewegungen

5.1. 16:00-18:00 Maja Linke (Bremen): Unsolide Solidaritäten in Kunst und Kunstvermittlung

12.1. 16:00-18:00 Johanna Leinius (Kassel): Feministische Solidarität als Kosmopolitik

19.1. 16:00-18:00 Brigitte Bargetz (Kiel): Zur Theoretisierung umkämpfter Solidaritäten

9.2. 16:00-18:00 Christine Klapeer (Göttingen): Solidarität als „burden of the fittest“?  Homotransnationalismus, Entwicklungspolitik und die (Un-)Möglichkeit  transnationaler queerer Solidarität


Symposium: Gender und Macht in der Wissenschaft IV
09./10. September 2020.
Stiftung Leucorea, Lutherstadt Wittenberg


Zum vierten Mal fand das Symposium Gender und Macht in der Wissenschaft an der MLU/Leucorea statt. Wie vorher auch schon wurde in Kooperation mit Kolleg*innen der Universitäten Erfurt und Bremen, der Leuphana Universität sowie der Viadrina Universität Frankfurt Oder als auch einer Vertreterin der Polizei aus dem Landkreis Thüringen zusammengearbeitet. Unser Thema der Machtgefüge an der Hochschule wurde diesmal in Hinblick auf sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen konkretisiert. Und diesmal  wurde ein Offener Brief formuliert, finalisiert und zur Veröffentlichung freigegeben. Wiederum wurden neben dieser andere Möglichkeiten der kollektiven Wehrhaftigkeit diskutiert sowie konkrete Methoden in den Fokus gerückt. Neben dem Ansatz der Solidarisierung mit nicht-privilegierten Personen im Hochschul- und Wissenschaftsbetrieb wurden diesmal neue Aspekte, die sich vor allem durch die Corona-Krise intensiviert und herauskristallisiert haben, diskutiert


Netzwerktreffen Gender und Diversity in der Lehre.
MLU meets FernUni Hagen
Online 04.04.2020.

Das Netzwerk Gender und Diversity in der Lehre    ist mit mehr als 100 Mitgliedern sehr aktiv und trifft sich zweimal jährlich an unterschiedlichen Standorten. Vom Projekt gender*bildet wurde das Treffen im Frühjahr 2020 an der MLU durchfgeührt. Aufgrund der Corona-Krise war Mitte März klar, dass das Treffen mit mehr als 30 angemeldeten Teilnehmer*innen nicht in Präsenz stattfinden kann. Im Netzwerk ist eine große Bandbreite an Expert*innen aus den Bereichen Gender und Diversity in Hochschule und Lehre versammelt. Die Zusammenarbeit ist geprägt durch eine sehr kollegiale Atmosphäre und eine große Bereitschaft, Materialien und Expertisen zu teilen.

Kolleg*innen der Fern Uni Hagen haben sich spontan als Kooperationspartnerin angeboten und in einem gemeinsamen Kraftakt wurde das Treffen ad-hoc in ein Online-Format überführt. Die geplanten Inhalte wurden zum einen, von der Situation inspiriert, verändert und zum anderen als Reaktion und in Hinsicht auf Unterstützungs- und Reflektionsaspekte hin ausgebaut.  Als Einstieg  wurde ein Vortrag zu Trans*, inter*, nicht-binär-klusive Hochschulen: Ein Überblick über aktuelle Entwicklungen und Materialien “ gehalten. Eine AG zu Digitale Tools ausprobieren und eine AG  zu E-Learning-Module zu Gender & MINT folgten. Diese Beiträge wurden durch eine AG zu Open Educational Resources zu Gender und Diversity in der Lehre und einem Austausch zu Folgen der ad-hoc-Digitalisierung für gender- und diversitätsbewusste Lehre ergänzt. Im Nachgang des Treffens formierten sich AGs, die Publikationen in Form eines Werkstattberichts über das Treffen und seine Ad-hoc Digitalisierung und einer Handreichung zu Gender und Diversity in der Digitalen Lehre erstellten. Diese Publikationen sind auch über diese Website oder auf Hochschulforum Digitalisierung    zu finden.

Symposium: Gender und Macht in der Wissenschaft III
19./20. Februar 2020.
Stiftung Leucorea, Lutherstadt Wittenberg

Dieses Symposium fand bereits zum dritten Mal an der MLU/Leucorea statt. Diesmal in Kooperation mit Dr. Maja Linke vom Institut für Kunstwissenschaft – Filmwissenschaft – Kunstpädagogik der Universität Bremen. Unser Thema der Machtgefüge an der Hochschule wurde wiederum aus unterschiedlichen queer-feministischen Perspektiven thematisiert. Wieder wurden Möglichkeiten einer Artikulation der Beziehungsgeflechte unter Gender-Aspekten jenseits eines Kompensationscoachings diskutiert, aber diesmal auch das Vorgehen gegen eindeutig sexistische Übergriffe durch Vorgesetzte an der Hochschule. Es wurden Möglichkeiten der kollektiven Wehrhaftigkeit diskutiert sowie konkrete Methoden eines Vorgehens gegen diese in den Fokus gerückt. Wiederum wurden hierarchie- und machtkritische Denk- und Reflexionskultur in das Zentrum der Diskussion gestellt. Diesmal wurde zudem Praxis der Demokratiepädagogik Betzavta gemeinsam erprobt und kritisch reflektiert.

Evaluation der Convention KI und Wir*

Im November 2019 fand in Magdeburg die Convention KI und Wir* statt. In diesem Rahmen beschäftigten Workshops, Vorträge und Experimente sich mit den Auswirkungen technischer Neuerungen auf das Themenfeld gender. gender*bildet hat die Meinungen, Kritiken und Anregungen der Besucher*innen gesammelt. Die Ergebnisse dieser interaktiven Evaluation sind in dem unten stehenden Dokument zusammengefasst.

Auswertung der Convention als PDF-Dokument.
30.04.evaluation_final_mini.pdf (4,9 MB)  vom 09.07.2020

Ringveranstaltung im Wintersemester 2019/20: "ZUKUNFT, UTOPIE UND FEMINISMEN"

Zukunft, Utopie und Feminismen

Zukunft, Utopie und Feminismen

Zukunft, Utopie und Feminismen

Feministischen Bewegungen wohnt ein Moment des Utopischen inne. Dabei  arbeiten sie sich an Krisendiagnosen ab und entwickeln Zukunftsvisionen,  stoßen dabei aber auch auf Grenzen. Auch feministische Forschung und  Lehre beschränken sich nicht darauf, den Status quo zu untersuchen,  sondern wollen eine Zukunft gestalten, die nicht vom Kampf um  ökonomische, kulturelle und soziale Güter geprägt und nicht von  menschgemachten Krisen bedroht ist.
Gerade vor dem Hintergrund beschleunigter gesellschaftlicher  Entwicklungen rücken spezifische Themen (wieder) in den Fokus der  feministischen Forschung. Schwerpunkte finden sich dabei in den  Bereichen Technikforschung, Künstliche Intelligenz und Digitalisierung,  aber auch in Thematisierungen der Zukunft von Arbeit, Kunst und  Wissenschaft.
In unserer Ringveranstaltung wollen wir uns feministischen Analysen in  den genannten Bereichen zuwenden. Und wir wollen noch einen Schritt  weiter gehen und fragen: Wie wollen wir die Zukunft gestalten? Dazu soll  die Veranstaltungsreihe Denk-Räume eröffnen, sich mit feministischen  Utopien in Literatur, Film und Kunst auseinandersetzen und Räume der  eigenen Visions-Produktion eröffnen. Nicht zuletzt wollen wir auch die  Konventionen akademischer Lehre hinterfragen, neue Impulse in den Blick  nehmen und in innovativen Formaten der Reihe umsetzen. Hierbei wollen  wir insbesondere feministischen Ideen, Positionen und Ansätzen Raum  geben, die Potenziale identifizieren, Unverhofftes denken und   Interventionen gestalten – sich dem Utopischen annähern.


Symposium: Gender und Macht in der Wissenschaft II
2./3. September 2019
Stiftung Leucorea, Lutherstadt Wittenberg

Dieses zweite Symposium in der Reihe Gender und Macht in der Wissenschaft greift die Themen des ersten Workshops auf. Diesmal wurde das Symposium in der Form des Bar Camps entschieden. Das heißt, dass alle Teilnehmenden in die Gestaltung mit einbezogen waren und ihre eigenen Themen und Methoden mitbrachten und die dann ggf. auch selbst  durchführten.

Machtgefüge an der Hochschule sind diffus. Macht ist überall und oft nicht als klar erkennbares Hierarchie- und Regelsystem zu  identifizieren. Strukturierte Angebote, die Macht aus queer-feministischer  und analytischer Perspektive thematisieren, gibt es bisher kaum. Der  reflexive Umgang mit Macht ist jedoch eine Voraussetzung für den Umgang  mit ihr. In diesem zweiten Workshop werden wir uns wieder diesem  diffusen Phänomen schreibend nähern und im Kollektiv Möglichkeiten und  Strategien finden, sich als docs/post-docs zu verorten. Zudem versuchen wir, eine Artikulation der Beziehungsgeflechte unter Anderem unter Gender-Aspekten  zu erreichen und dadurch jenseits eines Kompensationscoachings für  Frauen empowernde Konnektivitäten zu formen. Schreiben eine  Kulturtechnik, die nicht nur Denken ermöglicht, verfeinert und nachhaltig speichert, sondern auch assoziative Räume im gemeinsamen Reflektieren ermöglicht. Zudem soll eine nachhaltige Denk- und Reflexionskultur eingeführt und verstetigt werden, die macht- und hierarchiekritische Strukturen ermöglicht. Als Schreibenden-Kollektiv  wird gemeinsam und kollegial eine Auseinandersetzung ermöglicht, die ermächtigend für alle Teilnehmenden wirkt und den Wissenschaftsbetrieb positiv und nachhaltig für alle Beteiligten beeinflusst.


Workshop: Gender Power Relations in Israel & Pioneer Women - From Tradition to Progression?

Summer Workshop

Summer Workshop

Summer Workshop

2. Juli 2020 12:00-17:00 Uhr, Steintor Campus

This workshop is intended to give a broad and multi-disciplinary perspective on gender power relations in Israel, from past to current days. Starting from the first days of pre-state  Israel in the 1930s, the new feminine profession of social work will be  exa- mined with regards to masculine political and ideological forces.  Moving forward to 2019 Israel, significant gender changes will be  presented through the case study of the Jewish ultra-orthodox  society. Although quite differing, both lectures will give a short  glimpse into the changes that the Israeli society has undergone, and the  social role that women had and has in reshaping gender and cultural  norms.

Dr. Ayana Halpern: Jewish Social Workers in Mandatory Palestine: Between Submission & Subversion under Male Leadership |12:00–13:15 lecture + discussion | 14:15–15:30 workshop | Seminarraum 7 EAS 26/27 (Steintorcampus)

Dr. Ayana Halpern is a social work practitioner & scholar, re-  searching social work history, gender welfare & child protection in  Israel.

Ehud Tsemach: Ultraorthodox Wonder Women for
Haredi Scholar Men: The Special Case of Gender Roles in the Ultraorthodox Society in Israel | 15:45–17:00 lecture + discussion | 17:15–18:30 workshop | Seminarraum 5 EAS 26/27 (Steintorcampus)

Ehud Tsemach is a pedagogue & a PhD student at the Hebrew  University of Jerusalem, exploring connections between sociocultural  background, gender, thinking skills & epistemology.

Symposium: Gender und Macht in der Wissenschaft I
26./27. Februar 2019
Stiftung Leucorea, Lutherstadt Wittenberg

Diese Auftaktveranstaltung der Symposiums-Reihe "Gender und Macht in der Wissenschaft" wurde zusammen mit dem Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Erfurt ausgerichtet. Das erste gemeinsame Treffen widmete sich den diffusen Machtgefügen an der Hochschule. Macht ist überall und oft nicht als klar erkennbares Hierarchie- und Regelsystem zu identifizieren. In post-post-strukturalistischen Zeiten ist es eine Herausforderung, über Macht zu sprechen, nachzudenken und Herrschaftsverhältnisse zu analysieren und in Frage zu stellen. Zwar gibt es ein wachsendes Angebot an Weiterbildungen zu Führungs- und Managementkompetenzen für Nachwuchswissenschaftler*innen, aber Angebote, die Macht im Wissenschaftsbetrieb aus queer-feministischer analytischer Perspektive thematisieren, gibt es bisher kaum. Ein  reflektiertes Verständnis von Macht ist jedoch eine Voraussetzung für eine selbstbestimmte Handlungsfähigkeit im Umgang mit ihr.

In der Symposiumsreihe nähern wir uns diesem diffusen Phänomen an und wollen im Kollektiv Möglichkeiten und Strategien finden, sich als Wissenschaftler*in an der Hochschule zu verorten. Zudem versuchen wir, eine Artikulation der Beziehungsgeflechte zu erreichen. So sollen jenseits von Kompensationscoachings für Frauen empowernde Konnektivitäten geformt werden. Zudem soll eine nachhaltige Denk- und Reflexionskultur eingeführt und verstetigt werden, die macht- und hierarchiekritische Strukturen und empowerte Positionierungen ermöglicht.

Bei diesem ersten Treffen wurde ein  Schreibenden-Kollektiv gegründet, in dem  gemeinsam und kollegial eine kontinuierliche Auseinandersetzung ermöglicht werden soll, die ermächtigend für alle Teilnehmenden wirken und den Wissenschaftsbetrieb positiv und nachhaltig für alle Beteiligten beeinflussen soll. Wir freuen uns auf die kommenden Treffen.


Ringveranstaltung im Wintersemester 2018/19: Macht*Gender*Wissen

Ringvorlesung WiSe 18/19 Flyer

Ringvorlesung WiSe 18/19 Flyer

Ringvorlesung WiSe 18/19 Flyer

Macht*Gender*Wissen? Gender-Macht-Analysen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft

In den populistischen Debatten neoliberaler und rechtskonservativen Bewegungen, im Internet und in Printmedien und auf der Straße werden Begriffe wie Genderismus, Gender-Wahn oder Sprachpolizei geprägt, um Gender Studies als Ideologie zu diffamieren. Gender Studies verstehen sich jedoch als in erster Linie als erkenntnistheoretisch und interdisziplinär ausgerichtete Wissenschaftskritik, die zudem gesellschaftliche Verhältnisse in ihrer scheinbaren Selbstverständlichkeit hinterfragen.

Die Ringvorlesung verfolgt vor diesem Hintergrund ein doppeltes Ziel: Zum einen werden sich die Beiträge solchen populistischen Debatten annähern und diskutieren, wie diese mit den machtanalytischen Mitteln der Gender & Queer Studies interpretiert werden können. Zum anderen geht es darum, die Verflechtungen zwischen Gender und Universität sowie Wissenschaft und Bildung in diesen aktuellen aber auch historischen Kontexten zu befragen. Die Reihe findet an ausgewählten Dienstagen des kommenden Wintersemesters an der MLU statt. Die Abendvorträge werden zum Teil von Workshopangeboten gerahmt.

Vorträge: dienstags, 18:00 – 20:00, MLU, Uniplatz, Melanchthonianum, HS XVIII (ausgewählte Termine)

Workshops: dienstags, 14:00 – 16:00, MLU, Uniplatz, Löwengebäude, HS XII (ausgewählte Termine)

Für die Workshops wird um eine kurze Anmeldung unter gebeten.


Fachtag: ‚Doktorspiele im Klassenzimmer‘ – Vom Umgang mit Geschlechtern und Sexualitäten in Bildung, Beratung und Betreuung

Fachtag Flyer

Fachtag Flyer

Fachtag Flyer

Eine Veranstaltung der Philosophischen Fakultät III und des Projektes gender*bildet

Freitag, 7.12.2018, 9:30 – 17:00 Uhr,

Franckesche Stiftungen, Franckeplatz 1, Häuser 30 und 31

Dass Heteronormativität als gesellschaftliche Struktur begriffen und damit als einflussreich auch auf pädagogische Prozesse und Praxen wirkt, darf inzwischen als erziehungs- und sozialwissenschaftlich gesichert gelten. So werden beispielsweise im so genannten weiten Inklusionsbegriff Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung thematisiert, und die meisten Bundesländer haben zumindest die Erwähnung sexueller Orientierungen und Geschlechtsidentitäten jenseits der zweigeschlechtlichen, heterosexuellen Vorstellung in ihren Bildungsplänen erwähnt – wenngleich die praktische Umsetzung nur bedingt realisierbar zu sein scheint.

Wenngleich man die pädagogische Auseinandersetzung mit Heteronormativität auf Modernisierungstendenzen oder normative Grundlagen, wie beispielsweise die Menschenrechte, zurückführen kann, sind die zentralen Protagonist*innen dieser Entwicklungen in sozialen Bewegungen zu suchen.

Sowohl die Frauen*bewegungen als auch die emanzipatorischen Schwulen- und Lesbenbewegungen haben das Feld des Pädagogischen als Ort für die Umsetzung ihrer Anliegen verstanden. Diese Entwicklung ist dabei an vielen Stellen noch wenig als Prozess, als Ergebnis von akteursbezogenem und durchaus auch als im Sinne der sozialen Bewegung strategischem Handeln erforscht. Ihre Geschichte, die bedeutsam für das Verständnis einer heutigen pädagogischen Praxis ist, liegt für viele Bereiche emanzipatorischer, auf Geschlecht und sexuelle Orientierungen bezogene Pädagogik, noch nicht vor (eine Ausnahme ist die parteiliche Mädchenarbeit).

Der Fachtag widmet sich diesem Themenkomplex: Welche Anliegen sozialer Bewegungen werden ‚pädagogisiert‘, sind also mit schul-, sozial- und erwachsenenpädagogischen Anliegen kompatibel, welche werden quasi aussortiert? Welche (politischen) Gelegenheits- und Ermöglichungsstrukturen waren und sind dafür bedeutsam? Welche Rolle spielen dabei Heteronormativität und entsprechende Vorläuferkonzepte? Wie werden die Pädagogiken genutzt, die Geschlechtergerechtigkeit thematisieren?

Der Fachtag teilt sich in zwei Angebotseinheiten. In einem ersten Teil werden Vorträge stattfinden, die diese Fragen historisch und systematisch aufgreifen und an Beispielen diskutieren. In einem zweiten Teil werden sieben Parallelworkshops stattfinden, in denen Vertreter*innen aus den unterschiedlichen pädagogischen (und anderen) Praxisfeldern aus ihrer Arbeit berichten und ihre Ansätze, in denen sie sich kritisch mit heteronormativen Strukturen auseinandersetzen, diskutieren.

Vorträge: Franckesche Stiftungen, Franckeplatz 1, Haus 30, HS EG

Workshops: Franckesche Stiftungen, Franckeplatz 1, Haus 31, Seminarräume

Wir bitten um Anmeldung bis zum 15.11.2018 unter .

Es wird eine kleine Verpflegungspauschale in Höhe von 5,- erhoben (vor Ort zahlbar). Eine Teilnahmebestätigung kann ausgehändigt werden. Die Veranstaltung wird gefördert aus Mitteln des Professorinnenprogramms II des BMBF. Die Organisator*innen sind Adam Krüger, Dayana Lau, Eleonora Dutton, Jessica Dalljo, Jessica Massochua und Klemens Ketelhut.

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